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Wo steht das Klavier?

Heute war eine wirklich kurze Nacht. Soviel also zu der Theorie von gestern, wie man brav ins Bettchen geht.

Ich war nicht müde. Da hat auch nichts geholfen von meiner Liste - ihr seht also, es sind Empfehlungen, keine Allheil-Mittel. Es wurde immer später und ich habe mich dann um 1 Uhr gezwungen, ins Bett zu gehen. Da meine Nacht um 5:15 Uhr endet möchte man denken, ich bin jetzt so richtig im Eimer...

Weit gefehlt. Ich könnte gerade Bäume ausreißen. Und zwar keine Bonsais sondern eher Eukalyptus-Bäume. Vorteil: ich werde heute viel schaffen. Nachteil: ich werde mal wieder 10 Dinge anfangen, die lange liegen bleiben und vielleicht mal fertig werden.

Das ist das Problem. Wenn ich in dieser produktiven Phase bin, fange ich viel an, bin aber auch schnell gelangweilt und lege es zur Seite. Und anstatt in der nächsten Phase weiter zu machen, habe ich 100 neue Projekte im Kopf. Mach mal einer was dagegen...

Gestern abend zum Beispiel habe ich begonnen, meine Lieblingssprüche in schönen Schriften zu gestalten. Für mein Journal und damit ich mal wieder was Neues mache. Leider habe ich vergessen, Fotos davon zu machen, die reiche ich aber dann morgen nach.

Das sogenannte "Lettering" ist schon eine schöne Sache. Man verbessert seine eigene Handschrift und erschafft zudem auch noch kleine Kunstwerke. Und man muss sich konzentrieren, denn die verschiedenen Schriften erfordern doch etwas mehr Aufmerksamkeit. In meinem Kopf schwirren Dinge wie: Sprüche auf Leinwand, tolle Karten für alle Gelegenheiten und Etiketten für die Küche. Was davon realisiert wird, weiß ich noch nicht, aber etwas Neues zu lernen ist ja immer gut.

Ok, ich gebe zu, ich werde heute hier nicht viel schreiben, denn ich merke jetzt schon wie meine Gedanken schwirren. Ich schreibe diese Dinge und denke 10 andere Sachen. Ich weiß schon, warum ich Alice im Wunderland toll finde.

Vielleicht ist es ja morgen schon wieder anders und ich kann wieder gute Tipps geben oder mal einen meiner Produkttests angehen oder oder. Nicht böse sein, aber ich muss erstmal ein paar Klaviere transportieren jetzt ;-)

Euch allen einen schönen Tag!

Eure Geraldine

26.10.16 07:29, kommentieren

Das Tief verschwindet, das Hoch nähert sich...

 Tja, liebe Leser, eure Geraldine hat mal wieder eine Lektion fürs Leben gelernt. Auf der Zielgrade meines Eintrages sagt mir doch plötzlich dieses Programm hier, dass das "Dokument erloschen ist"... Also nochmal das Ganze. Diesmal MIT Zwischenspeichern...

Wirbelwind Geraldine

Die depressive Episode ist vorbei, die manische nähert sich mit großen Schritten. Das merkte ich gestern mal wieder deutlich, als mein Mann mich zu einer Pause zwang. "Setz dich doch endlich mal hin!" Wie üblich war ich erstmal genervt. Ich hatte zu dem Zeitpunkt die komplette Wohnung blitzblank geputzt (arbeiten war ich natürlich vorher auch noch). Die Wäsche war einsortiert, ich hatte gekocht, die Betten neu überzogen usw. Na schön, setze ich mich halt mit hin... doch schon nach wenigen Minuten konnte ich dem Fernsehprogramm nicht mehr folgen und angelte mir mein Häkelzeug mit dem Effekt, dass ich gestern zwei Stulpen fertig gehäkelt und einen Schal angefangen habe. Ach ja und in meinem Farmspiel habe ich mich auch hochleveln können. Im Bett lag ich dann um 1 Uhr nachts. Um 5:30 Uhr klingelt der Wecker und ich bin wach wie ein Stehaufmännchen.

Klingt alles super oder? Produktiv. Frisch. Kreativ.

Das Problem ist nur folgendes. In dieser Phase komme ich weder zur Ruhe noch bin ich zufrieden mit dem, was ich "geschafft" habe. Während andere sich glücklich aufs Sofa schmeissen und sich freuen, dass die Wohnung blitzt, suche ich das Haar in der Suppe, das Staubkorn im Weltall. Die Beine können nicht ruhig bleiben, die Hände schon gar nicht. Vor Mitternacht ins Bett ist fast undenkbar und nach ein paar Tagen ist man morgens zwar immer noch voller Tatendrang aber auf der anderen Seite auch körperlich suboptimal in Form.

Entspann dich mal...

Das bekomme ich dann oft zu hören. Während in depressiven Phase die Leute mich auffordern "den Arsch hochzukriegen", empfehlen sie mir dann, mich zu entspannen. Klar, nichts leichter als das...

Aber ich will nicht unfair sein. Dieses Hin und Her ist nicht unbedingt nachvollziehbar. Vor allem, weil es in einer Woche schon wieder ganz anders aussehen kann. Heute plane ich euch eine Party, die alle vom Hocker wirft und nächste Woche ist schon der Gedanke, Leute zu treffen ein Graus. Heute könnt ihr bei mir vom Boden speisen, einige Wochen später kann es sein, dass ich Mühe habe, die Dusche zu finden. (eklig oder?)

Ich lerne gerade noch damit umzugehen, dass ich mich wie eine Irre beschäftige, um meine rasenden Gedanken zu stoppen. Ich lerne, dass ich es irgendwie hinbekommen will, dass ich in diesen Phasen nicht losgehe und das 50ste Knäul Wolle, das 100ste Ausmalbuch oder den 1000sten Fineliner kaufe. Ja auch das ist ein "Merkmal". Man wird leichtsinnig. Finanziell oder auch gern mal so, dass man Grenzen austestet. Und wenn man dann mit Höhenangst irgendwo hochklettert, weil man da einen Geochaching-Schatz vermutet... naja, ich muss wohl nicht mehr sagen oder?

Routine vs. Wirbelwind

Mir wurde empfohlen, mir eine (Abend-)Routine zu entwickeln, um in den jeweiligen Phasen nicht komplett auszufallen. Hier möchte ich euch meine Abendroutine für "manische Tage" vorstellen, vielleicht kann ja der eine oder andere etwas für sich "mitnehmen"

Ich setze mir eine feste Zeit (23:00 Uhr), in der ich ins Bett gehen möchte. Das ist nicht immer praktikabel, aber man hat ein Ziel und ich versuche, mich daran zu halten. Ich versuche täglich Sport zu machen, ob es nun eine Runde Joggen durch den Wald ist oder nur ein paar Sit-ups, Hampelmänner und Co. in der eigenen Wohnung. Hauptsache ist, dass ich mich etwas auspowern kann. Spätestens um 21:00 Uhr wird das Handy in die Ladung verbannt. Denn nichts lenkt von dem Ziel mehr ab, als Whatsapp, Facebook, Pinterest und diese Dinge. Die Ladung ist seit Neustem nicht mehr neben meinem Bett, denn die Gefahr ist zu groß, dass ich im Bett dann doch nochmal "schnell" Emails checke oder schaue, was es so Neues gibt. Ein altertümlicher Wecker tut auch seinen Dienst!

21:30 Uhr ist auch so ungefähr die Zeit in der ich - je nach Geduld - heiß dusche oder bade. Baden macht mehr Sinn (wenn man es mag und eine Wanne hat), denn hier können auch ätherische Öle zum Einsatz kommen. Mich z.B. entspannt Melisse unglaublich. Danach kuschele ich mich mit einer weichen Decke aufs Sofa (auch wenn es schwer fällt) und sehe mir noch einen Film oder eine Folge einer meiner Lieblingsserien an. Sollte ich dazu keine Ruhe haben, häkele oder male ich noch etwas. Das hat doppelten Nutzen:  man ist beschäftigt und starrt nicht auf den Fernseher. Das Tablet oder der PC sollte übrigens NICHT zur Beschäftigung genutzt werden.

Zur geplanten Zeit (mehr oder weniger) verschwinde ich dann ins Bett. Während in jeder Klinik gepredigt wird, dass man das Bett nur zum Schlafen und zum Sex verwenden soll, habe ich in meiner Routine durchaus die Möglichkeit des Lesens offen gelassen. Denn im Bett zu liegen, immer noch wach zu sein und dann nicht lesen zu "dürfen", das macht den Zustand nicht besser. Ich muss wohl kaum jemandem erklären, wann die Gedanken am meisten fliegen oder?

Erst wenn ich GAR nicht einschlafen kann, nutze ich ein altes Handy, um mir ein Hörbuch anzumachen. Ja, Kinder nutzen Hörspiele zum Einschlafen, aber auch bei Erwachsenen hilft es, abzuschalten. Das Gehirn ist mit den Texten beschäftigt, anstatt sich selbst alte Geschichten aus den letzten Schubladen zu holen und uns damit zu nerven. Und mit dem Sleeptimer ist es mir sogar gelungen, schneller einzuschlafen. Oder besser, ich merke, dass ich schneller einschlafe, da ich den Timer nur noch auf einer halben Stunde stehen habe.

Und wenn ich Glück habe, schlafe ich dann tatsächlich vor Mitternacht ein!

Was soll ich NICHT tun?

Hier scheiden sich die Geister natürlich, wie bei allen anderen "psychologischen" Dingen auch.

Kein Kaffee nach 18 Uhr

WAS? Für mich keine Option! Aber ich sage gleich dazu, ich kann (normalerweise) auch um Mitternacht einen Kaffee trinken und dann direkt schlafen. Wenn ihr nicht zu diesen Menschen gehört, ist es sicherlich ein guter Rat.

Kein fettes Essen am Abend

Natürlich nicht, denn unsere Verdauung hätte damit in der Nacht eine Menge zu tun und kommt nicht zur Ruhe. Und wir dann natürlich auch nicht. Übrigens habe ich mir auch die Schokolade abgewöhnt, damit der Blutzucker nicht nach oben geht, wenn ich eigentlich schlafen möchte. Also zumindest nach 21 Uhr ;-)

Keine elektronischen Geräte im Schlafzimmer

Nein, wir reden nicht von Elektrosmog sondern einfach von der Tatsache, dass Handys, Tablets, Spielekonsolen und Co. zu verführerisch sind, wenn man nicht schlafen kann. Ein kurzes Spielchen zum Entspannen kann aber schnell mal eine Stunde dauern oder schafft ihr es tatsächlich, nur 10 Minuten zu spielen?

Das Gleiche gilt übrigens für schöne leuchtende Anzeigen des Weckers. Wenn man nicht schlafen kann, schaut man immer auf den Wecker. Man sieht wie die Zeit verrinnt und macht sich Gedanken, ob man morgen früh raus kommt, warum man um Mitternacht immer noch nicht schläft usw. Ich bin zufrieden mit meinem langweiligen, nicht beleuchteten Wecker. Und was hilft es mir, wenn ich weiß, dass ich um 1 Uhr nachts noch wach bin???

Es gibt noch unheimlich viel, was ich zum Thema "Schlafen" schreiben könnte, aber für heute soll es gut sein. Ich denke ich werde das noch ein anderes Mal wieder "aufnehmen".

Fazit

Für mich ist sowohl in depressiven als auch in manischen Phasen eine Routine sehr hilfreich. Die Abendroutine hilft mir, zur Ruhe zu kommen und genügend Schlaf zu bekommen. Auf die Tagesroutine werde ich wahrscheinlich morgen eingehen und Euch auch ein paar "Hilfsblätter" mitgeben.

Bis dahin drückt mir mal die Daumen, dass ich heute nicht die ganze Wohnung umräume (geputzt ist sie ja schon).

Ich wünsche euch allen einen schönen Tag und wenn euch psychologische Themen interessieren, schaut doch auch mal bei  Koksmotte vorbei. Auch sie schreibt von ihren Erfahrungen und ruft gleichzeitig zu mehr Toleranz gegenüber psychischen Erkrankungen auf. Vielleicht hilft es ja dem einen oder anderen, "uns ach so merkwürdiges Volk" zu verstehen ;-)

Liebe Grüße

eure Geraldine

25.10.16 09:15, kommentieren