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Wenn aus Plänen Pyjama-Tage werden...

Hallo meine Lieben, ich hoffe ihr hattet ein schönes Wochenende.

Ich selbst hatte ja jede Menge Pläne, die leider nicht so ganz durchgeführt wurden. Die größten Fehler dabei? Ich habe den Hintern nicht hochbekommen und habe mich unter meiner Decke auf dem Sofa eingekuschelt und bin nicht aus dem Schlafanzug gekommen. Der war ja so kuschelig...

Und da wäre das erste Problem, zu dem es eine prima Lösung gegeben hätte. Ich persönlich habe mich echt geärgert, dass ich so "luschig" in den Tag gestartet bin, denn ich weiß schließlich, was dann kommt.

Ich will nicht sagen, dass man solche Tage nicht machen "darf". Gerade wenn man nicht krank ist (egal welche Krankheit), dann sollte man sicherlich sogar einen "Ist-mir-doch-egal-ich-bleib-so-wie-ich-bin-Tag" einlegen und mal so richtig faulenzen. Auch im Pyjama oder in der Jogging-Hose.

Bei mir sieht das etwas anders aus. 

Die zwei Gesichter der Geraldine

Ich habe etwas, dass sich "Bipolare Störung " nennt. Noch ein paar andere Sachen, aber dazu komme ich erst später.

Für alle, die diesen Begriff nicht kennen: nein ich bin deswegen nicht "bi" sondern es bedeutet, dass ich entweder voller Tatendrang bin, was sich darin äußert, dass ich zum "Partytier" mutiere, die Wohnung von oben bis unten putze und die Füße nicht stillhalten kann oder ich finde alles Sch... und verkrieche mich. Das bedeutet, dass es Tage sind, wo es schon nervig oder mühsam ist nur aufs Klo zu gehen. Klingt verrückt, ist aber so.

Das Problem ist also, wenn ich mich nicht gleich morgens aufraffe und einen "schlechten Tag" habe, dann ändert sich auch nichts. Psychologen sagen, man soll sich dann über kleine Dinge freuen. Das versuche ich zwar, aber ich bin ziemlich anspruchsvoll mir gegenüber und es fällt mir schwer, mich zu "freuen", wenn ich dann doch den Abwasch gemacht habe oder mich mittags entschlossen habe, den Pyjama gegen die Jeans zu tauschen.

Klinische Anekdoten

Eins der besten Beispiele hier, war glaube ich das erste "Montagstreffen" in der Klinik. Dort wo ich war, waren die Patienten je nach Station in Teams aufgeteilt und jeden Montag wurden Fortschritte (oder eben nicht) und Pläne besprochen. Nun stelle man sich vor, man hat gerade vor ein paar Tagen "eingecheckt" - der Schock, dass man seine Probleme "stationär" in der "Klappse" behandeln lassen muss, steckt noch tief - und dann wird gefragt, was wohl deine Wochenziele sind. Zum Glück ging es nicht nach Neuankömmling, Alphabet oder sowas, sondern man konnte sich erstmal melden. Denn meine Ziele, die mir im Kopf schwirrten waren so etwas wie: ich will den Mist loswerden, wieso bin ich wohl hier...

Doch weit gefehlt. Ich lernte über Zielverfolgung die sich SMART nennt (spezifisch, messbar, akzeptiert, realistisch, terminiert). Ok, in der ersten Woche geheilt werden ist wohl wenig realistisch... Also hörte ich mir die Antworten der Anderen erstmal an. "Ich will ein Kapitel lesen," sagte der eine. "Ich möchte einmal in den Trainingsraum gehen", sagte eine andere. "Ich will mich mindestens einmal bei den Pflegern sehen lassen," ein anderer.

OK... dachte ich mir. Das klingt einfach. Buch lesen ist doch schonmal was, und wenn die dann zufrieden sind... also "klaute" ich diese Antwort. Ein Kapitel, was ist das schon...

Richtig, wenn man nicht depressiv ist. Leider bedeutet das, dass man weder konzentriert ist, noch ausdauernd. Man kann sicherlich ein Kapitel lesen in einer Woche, aber man sollte ja auch merken WAS man da liest oder? Und das ist tatsächlich nicht so einfach, auch wenn es für einige sicherlich lächerlich klingt.

Das mit dem einen Kapitel habe ich jedenfalls erst in der dritten Woche geschafft.

Was will euch Geraldine nun damit sagen?

Zur Vermeidung von Überforderung ist die Setzung von SMARTen Zielen wirklich sehr gut geeignet. Natürlich lässt sich das nicht immer anwenden, denn unseren Chefs wird es ziemlich Wurst sein, ob es realistisch ist, das Projekt nächste Woche fertig zu haben. Aber im privaten Bereich sollte es möglich sein.

  • Ihr habt mehrere Verabredungen in der Woche und fühlt euch jetzt schon gestresst? Seid realistisch und verschiebt ein paar davon, wenn es nicht wirklich wichtig ist!
  • Die Kinder brauchen Hilfe bei den Hausaufgaben, die Nachbarin will Kaffee trinken und das Essen muss gekocht werden, ach du Sch... einkaufen musst du ja auch noch... Seid realistisch, ihr seid keine Krake. Also geht einkaufen, überlegt euch in Ruhe ein schnelles leckeres Gericht, sagt der Nachbarin freundlich, dass es heute nicht geht und nehmt Euch Zeit für die Kinder.
  • Ihr seid genervt an sich und dann hängen sich auch noch alle möglichen Leute an Euch und dabei würdet ihr so gern eure Serie sehen, ein Buch lesen oder einfach nur mal wieder um 22 Uhr ins Bett? Versucht freundlich aber bestimmt zu sagen, dass ihr auch mal ne Stunde für Euch braucht. Überraschenderweise verstehen das mehr Menschen, als man glaubt und sie kommen gern wieder, wenn man wieder etwas entspannter ist.
  • Euch wächst überhaupt alles über den Kopf, ihr seid unkonzentriert, gereizt, unproduktiv, traurig und keiner versteht es? Nehmt euch kleine Ziele vor und vor allem: sucht euch Hilfe! Glaubt mir, ich habe den ganzen "Psycho-Quatsch" nie ernst genommen und heute sage ich: hätte ich mal eher... Aber dazu werdet ihr noch einiges lesen, wenn ihr wollt!

 Fazit des Wochenendes

Ich habe nicht viell geschafft, das stimmt. Aber ich hatte mir auch viel vorgenommen (was wohl dann unter "nicht realistisch" fällt). Aber war wirklich alles schlecht? Natürlich nicht!

  • Ich habe während meiner Sofa-Zeit auf Pinterest gestöbert und ganz viele neue Ideen bekommen, die ich nach und nach umsetzen möchte.
  • Ich habe die Cosplay-Perücke meiner Tochter gewaschen und wieder in Form gebracht.
  • Ich habe mich (nach ein paar Wochen) endlich wieder bei meiner besten Freundin gemeldet (dazu später mehr)
  • Ich habe letztendlich über das Wochenende verteilt doch meine Bude einigermaßen auf Vordermann bekommen.

Ihr seht, auch das mieseste Wochenende hat doch seine guten Seiten. Und jetzt, wo ich es selbst aufschreibe und lese, bin ich gar nicht mehr so unzufrieden. Bloggen macht doch Sinn :-D

In diesem Sinne wünsche ich euch allen einen schönen Montag (hey es ist nur ein Tag und eine Katastrophe oder?) und ich würde mich freuen, wenn ihr mir einen Kommentar hinterlasst. Auch gern mit Fragen oder Problemen, ich werde immer versuchen zu helfen.

Bis bald mal wieder

Eure Baustellen-Geraldine

24.10.16 08:25, kommentieren

Baustelle Leben... Was erwartet Euch?

Liebe (zukünftige) Leser!

Heute Nacht hatte ich eine Idee. Eine Idee, die mir seltsam vorkam, denn ich wollte nie einen Blog anfangen. Es gibt so viele davon, so viele Themen, das kann man ja alles gar nicht lesen.

Aber wer sagt eigentlich, dass man einen Blog nur für andere machen muss? Ja klar, Sinn des Blogs ist es natürlich, andere Menschen zu erreichen und vielleicht zu informieren. Und ehe ihr jetzt ausschaltet: das möchte ich natürlich auch!

Zudem möchte ich aber auch dafür sorgen, dass ich mich selbst besser verstehe.

Ihr seht schon, worauf es hinausläuft? Ihr seid interessiert, gelangweilt oder genervt, weil es "schon wieder so einen Psycho-Blog" geben wird? Ich kann das alles verstehen. Trotzdem möchte ich diesen Blog starten und verspreche euch, dass nicht sehr viel "gejammert" wird, sondern viele Tipps und auch Motivierendes diesen Blog zieren werden. Verzeiht mir, wenn ich zwischendrin doch mal etwas melancholisch werde, aber auch das gehört dazu, um mich zu verstehen. Und glaubt mir, das ist etwas, das mir RICHTIG schwer fällt.

 

Ein wenig zu meiner Person

 

Ich bin 48 Jahre alt, stehe im Berufsleben und habe eine Familie. Ja mir geht es gut. Keine finanziellen Probleme, keine Beziehungsprobleme... Und doch hat es mich "mental erwischt". Ihr seht also, auch wenn man denkt, es ist alles super, schleichen sich doch manchmal Sachen dazwischen, die man nicht erwartet - mit denen man aber umzugehen lernen kann!

Zu meiner Vorgeschichte möchte ich dann im ersten "richtigen Beitrag" eingehen, wenn es recht ist, denn es gibt ja nichts Schlimmeres, als zu lange Einträge, die nur so vor sich hinplätschern.

 

Baustelle Leben - was bedeutet das? Was erwartet mich?

 

Wie schon gesagt, heute Nacht ist mir dieser Name in den Sinn gekommen (my life - under construction). Und genau so ist es. Das Leben ist eine Baustelle. Mal läuft alles gut und alle Handwerker arbeiten zusammen, manchmal aber ist der Klemptner zu spät oder der Maler zu zickig. Ich sehe mich mittlerweile als Baustellen-Leiter und versuche, dass alles gut eingespielt wird. Mein "Team" soll gut arbeiten und das möglichst täglich.

Erwarten könnt ihr also hier Tipps und Tricks für den Alltag (nicht nur für mental kranke Menschen). Erfolge und Mißerfolge und wie ich damit umgehe. Einiges Persönliches wird sicherlich auch dabei sein - vor allem Erfreuliches. Und sicher auch Überraschendes, denn ich weiß ja selbst noch nicht, was kommt - wie es halt bei einer Baustelle so ist.

 

Ich jedenfalls würde mich freuen, wenn Euch dieser Blog irgendwann beginnt zu interessieren und ihr vielleicht sogar Stammleser werdet. Und vielleicht kann ich ja dem einen oder anderen noch ein paar Anregungen geben, das wäre natürlich das Allerbeste!

Zum Schluss möchte ich euch allen ein entspanntes, schönes Wochenende wünschen. Macht, was immer ihr möchtet und lasst auch mal "alle Fünfe grade sein". Auch wenn die Bügelwäsche drohend im Korb liegt und die Kinder immer vor die Füße laufen, der Mann grummelnd hinter der Zeitung hockt oder die Frau vor lauter Alltagsstreß schlecht gelaunt ist... nehmt euch eine Stunde für Euch! Das Wochenende ist doch wirklich lang genug!

Ich selbst freue mich darauf, ein Bild zu Ende zu malen, bei diesem Schiet-Wetter ein ausgiebiges Bad zu nehmen und mit einer großen Kanne Kaffee gemütlich auf dem Sofa liegend einen Film anzusehen. Und wenn es klappt, werde ich mein November-Journal vorbereiten und ein lustiges Amigurumi häkeln (Foto folgt dann natürlich).

Schreibt mir gerne in die Kommentare, was ihr am Wochenende vor habt und/oder was ihr hier gern lesen möchtet. Ich bin für alles offen - vor allem für Anregungen und Kritik ;-)

Liebe Grüße von der neu eröffneten Baustelle-Leben

Eure Geraldine

 

21.10.16 07:54, kommentieren